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Gleit- und Wälzlager


Nahezu jede Bewegung wird durch Lager erleichtert. Das Lager ist ein Maschinenelement für die Aufnahme belasteter, stillstehender oder umlaufenden Bauteile. Die wichtigsten Anforderungen für das Lager sind eine geringe Reibung, eine möglichst spielfreie Führung, ein geringer Schiermittelbedarf, geringe Wartungsansprüche sowie eine lange Lebensdauer. Nach der Bauart unterscheidet man zwischen Gleitlager und Wälzlager. Je nach Einsatz benötigt man Radiallager (Querlager) für Lagerkräfte senkrecht zur Wellenmittelachse, Axiallager (Längslager) in Richtung zur Wellenmittelachse, Loslager für freie Längsverschiebung oder Festlager für Aufnahme von Quer- und Längskräften. Im Gleitlager tritt eine Gleitbewegung und Gleitreibung zwischen Lager und gelagertem Teil wie z. B. eine Welle oder Achse auf. Im Wälzlager entsteht eine Wälzbewegung, wobei bei den Wälzkörpern eine Rollreibung auftritt. Je nach Einsatzbereich sind Wälzlager in verschiedene Normreihen diverser Lagertypen zugeordnet. Zur vollständigen Bezeichnung können Wälzlager mit Zusatzkennzeichen (Vorsetzzeichen, Nachsetzzeichen) ergänzt sein. Beispielsweise gibt das Nachsetzzeichen eine Auskunft über die radiale Lagerluft.


•  Radialrillenkugellager,

•  Schrägkugellager,

•  Pendelkugellager,

•  Zylinderrollenlager,

•  Pendelrollenlager,

•  Kegelrollenlager,

•  Axial-Rillenkugellager,

•  Axial-Zylinderrollenlager

•  Nadellager



Das Gleitlager ist ein Lager, bei dem zwei Oberflächen aneinander vorbei gleiten. In der Regel wird dieses Gleiten über einen Schmierfilm erleichert. Damit ermöglichen sie eine optimale Kraftübertragung über den gesamten Bereich, an dem sich die beiden Flächen berühren. Grundsätzlich lassen sich Gleitlager in verschiedenene Typen gruppieren: Lager mit Festkörperreibung, Lager mit Mischreibung und Lager mit Flüssigkeitsreibung einteilen. Da die Übergänge der Typen fließend sind, existieren diverse Mischtypen. Gleitlager sind vergleichsweise einfach zu konstruieren, sind sehr laufruhig und eignen sich für Anwendungsfälle, wo eine axiale Bewegung erforderlich ist oder gewünscht ist. Ihr Nachteil liegt darin, dass sie sich nur für gleichförmige Bewegungen eignen. Dauerndes Abbremsen und Beschleunigen oder gar Stillstände können zum Abreißen des Schmiermittelfilms führen. Beim erneuten Anfahren der Maschinen wird das Lager an den Stellen ohne Schmiermittel beschädigt.


Wälzlager


Wälzlager sind Lager, die Bewegungen von Bauteilen aufgrund einer Rollbewegung erleichtern und die Reibung verringern. Auf Wälzkörpern rollen ein Außenring- und ein Innenring aneinander vorbei. Typische Wälzkörper sind Zylinder - in kleinerer Form auch Nadeln genannt - und Kugeln. Sie werden in Käfigen geführt. Diese trennen die Wälzkörper damit sie sich gegenseitig nicht berühren, denn sonst würden sich die Wälzkörper in ihrer Bewegung behindern.


Radialrillenkugellager


Rillenkugellager sind besonders vielseitig verwendbar. Sie sind einfach aufgebaut, sind unempfindlich in Betrieb und Wartung. Sie sind gut für hohe bis sehr hohe Drehzahlen geeignet und eine Aufnahme von axialen und radialen Belastungen ist in beiden Richtungen möglich. Diesen Lagertyp gibt es mit Stahlkugeln und für höhere Drehzahlen auch mit Keramikkugeln. Außerdem gibt es Lager für Fett- oder mit Ölschmierung. Bei Rillenkugellagern verwendet man je nach Abdeckung verschiedene Nachsetzsetzen. So steht der Anhang 2Z für Lager mit zwei Metalldeckscheiben, die das Eindringen von Schmutz und anderen Fremdkörpern vermeiden. Diese Lager sind für Einbaufälle mit umlaufendem Innenring vorgesehen. Bei umlaufendem Außenring besteht die Gefahr, dass das Schmierfett bei höheren Drehzahlen aus dem Lager austritt. Das Nachsetzzeichen 2RS1 steht für Lager, die mit zwei schleifenden Dichtscheiben versehen sind. Diese bestehen aus einem ölbeständigen, verschleißfesten synthetischen Kautschuk und sind zudem mit einer Stahlblecharmierung versehen. Für ein Lager mit reibungsarmen Dichtscheiben steht das Nachsetzzeichen 2RZ. Diese Lager gewähren hohe Anforderungen hinsichtlich der Abdichtung bei reibungsarmen Lauf. Sie bilden einen extrem engen Dichtspalt mit der Mantelfläche der Innenringschulter und sind praktisch berührungsfrei. Die Dichtwirkung für hohe Drehzahlen ist wie bei Z-Deckscheiben.